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Neue Herausforderungen: Auswirkungen von Covid-19 auf die Banken- und Versicherungsbranche

Dez 10, 2020 | Finance and Insurance

Was einst normal war ist heute Vergangenheit. Die Krise, die das Coronavirus ausgelöst hat, sorgt auf der ganzen Welt für Instabilität, Unbeständigkeit und Unsicherheit. Schon jetzt sind die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft immens – dabei können wir die langfristigen Folgen noch gar nicht ganz absehen.

„Wir erholen uns, aber die Wirtschaft wird eine andere sein.“
– Jerome Powell, Vorsitzender der US-Notenbank,

Diese Tatsache zeigt sich noch deutlicher, wenn wir die Jahre 2019 und 2020 miteinander vergleichen. Während das Jahr 2019 für die USA sehr positiv verlief, mit geringer Arbeitslosigkeit und einer Inflation, die sogar unter dem erklärten Ziel von 2,0% lag, ist das Wirtschaftswachstum 2020 um ganze 31% gesunken. Die Arbeitslosenquote liegt bei 14,7% – das bedeutet, 50 Millionen US-Amerikaner haben keinen Job.

Eine Konsequenz daraus sind sinkende Verbraucherausgaben – einer der wichtigsten Bausteine der US-Wirtschaft. Ein Konjunkturpaket könnte dies ändern, dies wird es aber voraussichtlich erst mit dem neuen Präsidenten Biden geben, der Ende Januar sein Amt antritt. Die Wall Street bezeichnet ein solches Paket bereits jetzt als Segen für die Wirtschaft.

Doch wie auch immer sich die Dinge innerhalb der nächsten Monate entwickeln, die US-Wirtschaft wird rund drei Jahre benötigen, um sich zu erholen.

Doch auch beim Blick in die EU sieht es nicht viel besser aus. Die Wirtschaft innerhalb der Eurozone ist im Jahr 2020 um 7,8% gesunken und wird auch 2021 voraussichtlich nur um 4,2% wachsen.
Am schlimmsten hat es Spanien, Italien und Frankreich getroffen, während Deutschland mit einem BIP-Verlust von „nur“ 5,6% noch relativ gut dasteht. Auch Österreich und die Schweiz kamen ganz gut durch die Krise, wenn auch mit deutlichen Verlusten im Vergleich zu 2019.

Im Vereinigten Königreich ist die langfristige Perspektive aufgrund des Brexits noch unklar:

„Auch wenn wir im ersten Halbjahr 2021 dank der fortschreitenden Impfungen und dem damit wachsendem Vertrauen mit einem Anstieg der Wirtschaft rechnen, hängt der langfristige Ausblick stark von der Art und Dauer weiterer Restriktionen sowie dem Ausgang der Verhandlungen rund um das Handelsabkommen mit der EU ab.“

– Jonathan Gillham, Chefökonom, PriceWaterhouseCoopers.

Ende des Jahres werden die Schulden der Eurozone höher sein, als 100% des Brutto-Inlandsprodukts. Diese Tatsache schlägt sich im Wirtschaftswachstum nieder und führt voraussichtlich zu Finanzsorgen im In- und Ausland, verbunden mit Insolvenzen und Jobverlusten.
Andererseits gibt es auch einen Funken Hoffnung. Denn wenn die Restriktionen gelockert und Geschäfte wieder geöffnet werden, wird das auch die Wirtschaft wieder ankurbeln.
Aber genauso wie in den USA wird es Jahre dauern, bis sich die Wirtschaft vollständig erholt hat.

Die Wirtschaftsleistung der EU „wird frühestens 2022 dasselbe Niveau erreichen, auf der sie vor der Pandemie war.“

– Valdis Dombrovskis, Vizepräsident der EU-Kommison

Für Unternehmen jeder Art und Größe bedeutet das, dass die Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen, weit über das Jahr 2021 hinaus andauern werden.
Eine schnelle und einfache Lösung wird es nicht geben.

Was bedeutet COVID-19 für den Bankensektor?

Angesichts der heutigen Instabilität und geringen Beständigkeit der globalen Kapitalmärkte befindet sich die gesamte Industrie im Wandel. Dies wirkt sich nachteilig auf die Bewertungen und das Vertrauen der Unternehmen aus. Die Banken in den USA sind mit niedrigen Zinssätzen und den Auswirkungen einer volatilen Wahl konfrontiert.

Auch für Banken in der EU zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Die geringe Qualität der Vermögenswerte wirkt sich negativ auf die Gewinne aus. Und auch wenn die Kapital- und Liquiditätspuffer immer noch hoch sind, sind Kreditausfälle nicht ausgeschlossen. Laut dem KPMG Global Banking M&A Outlook H2 2020, haben „Einige europäische Banken bereits beträchtliche Verluste verzeichnet […], um einem möglichen Anstieg von Kreditausfällen entgegenzuwirken”.

Auch eine globale Rezession ist nicht auszuschließen.
Die kürzlich von PwC durchgeführte COVID-19 US CFO Pulse Survey ergab, dass 70% der Befragten eine potenzielle globale Rezession als eine ihrer drei größten Sorgen in Bezug auf COVID-19 ansehen. 75% waren besorgt über die „finanziellen Auswirkungen, einschließlich der Auswirkungen auf das Betriebsergebnis und die Liquidität und Kapitalressourcen”.

Ebenso müssen Sie eher detaillierte operative Fragestellungen im Zusammenhang mit COVID-19 im Auge behalten, wie etwa:

  • Die Auswirkungen auf Darlehen: Das Ausfallrisiko für Kapital- und Zinszahlungen steigt. Es besteht kaum ein Zweifel daran, dass COVID-19 für Kreditausfälle sorgt – wie jede Krise.
  • Risikomanagement: Niemand konnte vorhersehen, wie schnell und nachhaltig COVID-19 die Wirtschaft verändert. Zwar wurden nach der Finanzkrise 2008 neue Rahmenwerke für das Risikomanagement verfasst, diese sind aber nicht geeignet, um auf die aktuelle globale Bedrohung zu reagieren. Daher müssen Sie folgende Bereiche erneut bewerten und prüfen:
    • Operative Belastbarkeit – um sicherzustellen, dass Sie weiterhin wichtige Dienstleistungen erbringen können.
    • Umfassende Stresstests – um herauszufinden, ob Sie für jedes Szenario bereit und in der Lage sind, die Auswirkungen verschiedener Risiken abzuschätzen.
    • Kosten- und Effizienzoptimierung – so dass Sie agil genug sind, auf unterschiedliche Risiken zu reagieren. Hierbei kann die Einführung neuer Technologien, wie robotergestützte Prozessoptimierung oder Machine Learning eine Rolle spielen.
  • Kundenservice: Auch wenn Sie dies eher als eine vorübergehende Änderung betrachten, müssen Sie die sich schnell ändernden Kundenpräferenzen im Auge behalten. Die Coronavirus-Krise hat die Nutzung von Finanz-Apps und Online-Banking-Angeboten massiv beschleunigt. Stellen Sie sicher, dass Sie für diesen Wandel bereit sind.
  •  

FINTECHS AUF DEM VORMARSCH – LOCKDOWNS TREIBEN DIE DIGITALE TRANSFORMATION VORAN.

Während der verhängten Lockdowns ist die Nutzung von Online-Kommunikationstools und Fintech-Anwendungen sprunghaft angestiegen. Seit dem Finanzcrash 2008-’09 überbrücken Fintechs die Kluft zwischen den sich schnell ändernden Kundenerwartungen und den traditionellen Finanzdienstleistungen. 

Heute dreht sich alles um einen personalisierten, sofortigen, 24/7-Zugang zu geringen Kosten. Die Coronakrise ist für Finntechs ein nie dagewesener Wachstumstreiber. 

 

2021 werden wir bereits 10 Monate mit der Pandemie leben. 10 Monate mit harten Lektionen und radikalen Veränderungen für jeden einzelnen von uns. Doch Sie haben die Möglichkeit, gestärkt aus dieser Krise zu gehen. Mit einem besseren Verständnis für Kundenwünsche und damit einhergehend besseren digitalen Produkten. Wichtig ist, dass Sie ein Bewusstsein dafür aufbauen, welche Auswirkungen solche Krisen auf die gesamte Branche haben, aber gleichzeitig in der Lage sind, schnell und agil zu reagieren.

Die Auswirkungen von Corona auf die Versicherungsbranche

Egal, in welchem Versicherungsbereich Sie tätig sind, ob Lebens- und Rentenversicherung, Krankenversicherung oder Rückversicherung, viele Ihrer Kunden haben mit Unsicherheiten, wenn nicht Verzweiflung, zu kämpfen.
Vermutlich haben auch Sie mit der Aufrechterhaltung Ihres Geschäftsbetriebs und der Verunsicherung Ihrer Mitarbeiter zu kämpfen. Wie gut sind die Mitarbeiter mit der Arbeit von zu Hause aus zurechtgekommen? Welche Auswirkungen hat das Home-Office auf Ihr Geschäft? Haben Sie geeignete digitale Angebote für Kunden und Mitarbeiter? Können Sie die wesentlichen Dienstleistungen anbieten, die Ihre Kunden sich wünschen?

“Technologien wie Machine Learning, künstliche Intelligenz, Telematik und Automatisierung stellten bereits vorher Herausforderungen für den Status quo in der gesamten Wertschöpfungskette der Versicherung dar. Die COVID-19-Pandemie hat diesen Trend stark beschleunigt.”

– Julie Goran, et al. McKinsey & Company.

Insgesamt sind Versicherer in den USA und der EU in Bezug auf die Kunden mit ähnlichen Probleme konfrontiert:

  • Lockdowns führen dazu, dass die Kunden nur eingeschränkt persönliche Termine mit Ihren Mitarbeitern wahrnehmen können. Daher waren sie gezwungen, vermehrt auf digitale Kanäle zurückzugreifen.
  • Die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz haben zu einem Rückgang der Vertragsverlängerungen oder dem Kauf neuer Policen geführt. Ebenso wie zur Senkung der bestehenden Deckungssummen.
  • In bestimmten Bereichen ist ein deutlicher Anstieg der Schadensfälle zu verzeichnen (insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Reisen, Transport und Gastgewerbe).
  • Mit der anhaltenden Verlangsamung der Weltwirtschaft werden Liquiditäts- und Solvenzprobleme immer dringlicher.
    Bei vielen Versicherern waren die Business-Continuity-Pläne nicht auf die durch COVID-19 verursachte Unterbrechung vorbereitet.

 

EIN AUFRUF ZUR DIGITALISIERUNG.

Lockdowns haben gezeigt, dass eine effektive und sichere Online-Präsenz unerlässlich ist. Aber sind Ihre Mitarbeiter im Schadenmanagement bereit und in der Lage, aus der Ferne zu arbeiten – und ist Ihr Online-System auf dem neuesten Stand? 

 

„Es besteht die Gefahr, Kunden an Wettbewerber zu verlieren, die im Bereich Digitalisierung bereits weiter sind. Dies gilt besonders für das Privatkundengeschäft, wo die Geduld vieler Kunden mit nicht digitalisierten Prozessen heutzutage gering ist. 
– Laura J Hay, Globale Leiterin der Versicherungsabteilung, KPMG INTERNATIONAL

Umfassende Tests können helfen..

Licht am Ende des Tunnels

Aktuell gibt es zwei Impfstoffe, von denen wir uns viel erhoffen. Doch diese werden weder bereits morgen überall verfügbar sein und auch keine sofortige weltweite Heilung bringen. Aber sie werden kommen und sie werden die Situation verbessern.

Wie alle Industriezweige müssen auch Banken und Versicherungen überlegen, wie sie die nächsten Monate – wenn nicht sogar die nächsten Jahre – in Angriff nehmen wollen. Dazu gehört auch, dass Sie sich genau überlegen, wie Sie Ihren Kunden Sicherheit vermitteln können und wie Sie mit deren Erwartungen umgehen. Vor allem aber ist es wichtig, sich das Vertrauen der Kunden in dieser schweren Zeit zu verdienen.

Der Eintritt in die „neue Normalität” bedeutet nicht, dass Sie „business as usual” betreiben können.

“Inmitten jeder Krise liegt eine Chance.”
– Albert Einstein

 

Wie bei jeder Unternehmenskrise – und mehr noch während dieser andauernden Pandemie – ist es von entscheidender Bedeutung, wie Sie auf Ihre Mitarbeiter, Ihre Geschaftspartner und Ihre Kunden reagieren. Die richtigen Entscheidungen zur treffen, kann einen großen Unterschied in Bezug auf Ihre öffentliche Wahrnehmung und Ihr Endergebnis machen. 

Für einen tieferen Einblick lesen Sie den Artikel von Deloitte (auf englisch) ‘Responding to the coronavirus crisis’.

Die Pandemie wird irgendwann vorüber sein, aber die Auswirkungen auf unseren Geschäftsalltag werden bleiben.

Die fortschreitende Digitalisierung, die jetzt einen gewaltigen Aufschwung erhalten hat, wird Kundeninteraktionen auch in Zukunft nachhaltig verändern. Auch werden die Auswirkungen auf die Risikoeinschätzung und die Krisenbewältigung bleiben. Wir müssen Geschäftsmodelle entwickeln, die mit solchen äußeren Faktoren besser umgehen können und wir müssen sicherstellen, dass wir in der Lage sind, Veränderungen effektiv und schnell zu begegnen.

Die wahre Herausforderung liegt jedoch darin, sicherzustellen, dass diese neuen Lösungen vollständig optimiert und funktionsfähig sind.
Um herauszufinden, wie Sie Ihr Online-Geschäft wirklich stärken und sicherstellen können, dass es für jede Herausforderung gerüstet ist, besuchen Sie uns: Testbirds.de

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